…dann sind seltsame Kräfte am Werk. Am Nachmittag des 9. Oktobers war es die fast 50 Meter lange Kasseler Slotracingbahn unmittelbar in der Nähe des Alstomwerkes, die diesen Zauber entfaltete. Bei Alstom hatten zuvor viele der Starter an einer spannenden Werksführung teilgenommen und eben diese Spannung entlud sich in den folgenden Stunden.
19 Starter und eine Starterin drehten während des “Großen LEBK-Preises um die goldene Ananas” ihre hektischen Kreise um die Bahn, begleitet von gut einem Dutzend interessierter Kolleginnen und Kollegen. Die dabei zu vernehmenden Benzingespräche an der Piste unterschieden sich fundamental von dem sonst üblichen Smalltalk. Am Freitag ging es mal nicht um Wegstrecken, Shorehärten, Reifenschliffe, Widerstandswerte oder Schleiferlängen. Stattdessen bestimmten einfach nur Wagenfarben, lautstark bejubelte kleine oder große Überholerfolge sowie fehlende oder fast vergessene Carrera-Kindheitserinnerungen die ganz große Rolle.
Was absolute Rookies und die diesmal nicht vorhandenen Profis jedoch vereint, das sind die strahlenden Augen aller. Deutlich ausgeprägter war am Freitag nur das genüssliche Feixen über die begangenen Fehler der Konkurrenz. Es war herrlich. Grinz.
Nachmittägliche Rennbahnimpressionen im Bild…



…und in Wort und Schrift…
Die Kommentare der beobachtenden Nichtberufspädagogen waren eindeutig: “Schlimmer als in meiner ersten Klasse! Keiner hört zu und alle machen, was sie wollen! Stühle rückt auch keiner zurück! Wie ihre Schüler! Mir fallen die Ohren ab! Wenn das immer so wäre, owei! Aber Spaß haben sie alle!”
Und genau so war es. Es wurden völlig neue Maßstäbe an der Bahn gesetzt, sowohl akustische als auch ekstatische und genau darauf kam es an. Es wurde gefightet, gefluchtet, gestampft, gejubelt, desorientiert den falschen Fahrzeugen die Aufmerksamkeit gewidmet, gelacht, sich geärgert oder beinahe geweint, kurzum: Es war großartig.
Ganz am Ende durfte sich Gregor hochleben lassen, denn mit einer Runde Vorsprung hatte er sich vor Andreas durchgesetzt. Dahinter war das Feld bunt durchmischt, wobei Steffi als einzige Amazone mitspielte und das sehr ordentlich. Kuhli machte während des Rennens den größten Satz im Klassement nach vorn. Aus der dritten Startgruppe hatte er sich bis in die erweiterte Spitze gefahren. Respekt. Völlig verzweifelt schüttelte ein anderer nach Rennende unterdessen nur den Kopf. Er war 4 Minuten “individuell” auf Fremdfahrzeugen unterwegs. Schon verrückt, was in der Rennhektik alles passieren kann.
Bevor sich jetzt aber alle lachend die Bäuche halten: Unterschätzt die Hormonausschüttungen nicht, wenn einen das Wettbewerbs-Gen packt und Adrenalin bis zum Anschlag zitternd die eigenen Sinne am Handregler vernebelt. Ganz besonderer Dank gilt übrigens Joachim, der sich an der Theke noch nie einem solchen Stress losgelassener Westfalen ausgesetzt sah und an zwei ganz besondere Joker, die einfach unbezahlbar sind. Küsschen dafür.
Unter dem Strich finde ich, dass da durchaus noch Bedarf für eine Revanche ist. Mal sehen, ob sich dafür ein lustiger Freitagabend 2027 basteln lässt. Wie viele Endorphine am 9. Oktober im Spiel waren, zeigt in jedem Fall die finale Bildercollage.
Soviel Freude zeigte an der Bahn definitiv noch keiner! Bravo!


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