Doch noch geschafft. Das könnte man beinahe sagen, nach dem Rennen und vor dem Hintergrund, dass das erste Revo-Rennen vor Monatsfrist noch abgesagt werden musste.
Mit 13 Starterinnen und Startern aus vier Bundesländern in allen vier Wertungsklassen gingen letztlich doch sogar mehr Aktive an den Start, als eigentlich angemeldet waren. Na bitte, es geht doch!
Aus Sachsen, Thüringen, Niedersachsen und Hessen waren die Starter somit angereist und mit Alex B und Johannes waren echte Premierenstarter unterwegs. Auch dieser Umstand macht Freude.
Im Vorfeld haben wir noch einige Rahmenbedingungen auf die Schnelle abweichend angepasst. Aufgrund der Starterzahl hätten wir mit zwei Startgruppen 8 Minuten pro Spur drücken können. Wir entschieden uns jedoch, zwei Rennen nacheinander über jeweils 4 Minuten durchzuführen. Einerseits war das weniger anstrengend, denn als Vielschwitzender weiß ich, wovon ich rede oder besser schreibe, und andererseits bot dieser Umstand die echte Aussicht auf Performanceverbesserungen im Verlauf des Abends. Letztlich machten fast alle davon Gebrauch, teilweise richtig deutlich.
Die Sonderpunkte des Qualifyings entfielen naturgemäß für den zweiten Lauf, denn die Startreihenfolge wurde vom Rennergebnis des ersten Laufs bestimmt. Ersetzt wurde diese Verteilungsregel durch die Rangfolge der schnellsten Rennrunden. So wurden auch im zweiten Rennen die Bonuspunkte in der Wertung mit berücksichtigt, in angepasster Form zumindest.
Aus dem Revo-Portfolio fuhren alle AM-Starter auf einen GT-One. Das Modell ist performancetechnisch nun einmal “a class of it´s own”. Stefan und Thomas setzten in der Pro2 auf einen Marcos und 333SP, während die Pro1-Starter Marcos und 911GT2 an den Start rollen ließen. Gerade der GT2 ist aufgrund des höllischen Gripniveaus eine echte Herausforderung. Jürgen und Roland stellten sich dieser aber aus Überzeugung.
Entgegen dem ursprünglichen Plan hielten wir an den 10,5 Volt zur Spannungsversorgung fest, denn mit nur 10 Volt wird der lange Unterführungsabschnitt doch sehr zäh.

Für das Qualifying stand natürlich die immer gleiche Frage im Raum: Welcher Amateur kann den Vorteil des GT-One nutzen und in die Phalanx der Pro-Piloten einbrechen? Wie ein roter Faden zieht sich dieses Mysterium durch die Veranstaltungen der zurückliegenden Jahre und auch in diesem Jahr gelang es zweien, sich diesen Vorteil zu nutze zu machen.
Dirk und Frank schafften es nämlich, als Amateure im Kreis der Top-6 mitzuspielen. Dirk nagelte eine vernünftige Runde in die Bahn und die wies auf der Anzeigentafel eine bärenstarke 9,792 aus, nur ein Zehntel hinter Stefan, der von der Spitze des Klassements grüßte. Frank löste nebenbei den letzten Platz im Toplauf neben Alex, Jürgen und Werner.
Thomas hatten seinen Top-Startplatz damit nur denkbar knapp verloren. Lächerliche 5 Tausendstel fehlten ihm, wobei seine schnellste Runde mit 10,000 sec. auch etwas Besonderes darstellte. Ganz hinten im Zeitentableau verfehlte Johannes nur um 2 Tausendstel die Zeit Detlefs, das war wirklich knapp, während sich Sandra mit einer halben Sekunde Vorsprung komfortabel absetzte. Roland, Alex B und Sven lagen noch besser mit Zeiten im 10,2er-Bereich.
Für richtig Spannung in den ersten Rennen war damit allemal gesorgt.

Rennen 1
Das 4-Minutenformat sind wir vor Jahren bei den Revoslotern gefahren, allerdings nie auf der neuen Bahn. Insoweit war völlig unklar, in welche Weitenbereiche die Modelle am Ende vordringen würden. Letztlich waren es durchaus bekannte Weiten. Hundert oder sogar hundertzehn Runden, das sind die neuen Performanceklippen.
Johannes scheiterte als Einziger noch daran, was aber nur an dem schlechten Sichtfeld und der fehlenden Erfahrung auf den Spuren “1” und “5” lag. Sandra konnte im Rennverlauf ihren Vorsprung gegenüber Detlef halten, da dessen GT-One reale Kontaktproblerme hatte. Sven aus Dresden konnte sich noch vor Alex B klassieren und selbst die 110-Rundenmarke überspringen. Vor ihm rollte Frank aus, der recht deutlich aus der Top-6 herausfiel. Statt Frank rückte Thomas mit dem 333SP bis auf den vierten Platz nach vorn, sogar noch unmittelbar vor Jürgen, der im Moment die Benchmark in vielen Rennklassen des SRK darstellt.
Roland scheiterte selbst nur knapp daran, dem Beispiel Thomas` zu folgen. Mit 113,03 Runden fehlte ihm weniger als eine halbe Runde. Das waren zwei Abflüge zu viel, die ihn noch an dem sechstplatzierten Werner hätten vorbeispülen können. Dirk machte seine Sache als Amateur in der Spitzengruppe hingegen großartig.
Er setzte sogar den zweitplatzierten Stefan unter Druck, denn beide hatten am Ende mehr als 117 Runden zurückgelegt. Ganz vorn ließ sich Alex davon jedoch nicht beirren. Mit 119,07 Runden stand sein alter weiß-roter Marcos, sogar mit Revoslotlagern und dem Originalgetriebe, an der Spitze des Klassements. Sachen gibt`s.
Rennen 2
Es ist schon verrückt, dass man rückblickend sagen kann, mit dem Start des Toprennens war die Entscheidung an der Spitze gefallen. Dafür sorgten Stefan, Dirk und Thomas, die sich zu einem kollektiven Frühstart hinreißen ließen, während Jürgen und Alex für eine knappe halbe vorauseilten, bis Jürgen auf Spur “5” ausspurte, Alex auf der “1” mit abräumte und so eine Chaosphase auslöste. Letztlich war es genau diese Distanz zwischen den Verunfallten und den mittlerweile nachgestarteten Frühstartern, die am Ende den Sieg und den zweiten Platz manifestierten. Ohne Stefans zittrigen Finger am Abzug hätte es vielleicht gereicht, so blieb es bei 118,84 Runden, unmittelbar hinter Alex Marcos, dem im zweiten Rennen nur eine unwesentliche Weitenverbesserung mit 119,17 Runden gelang.
Hinter der Doppelspitze hatte sich eine 115er-Riege zusammengefunden: Jürgen vor Thomas und Dirk. Somit war ein Platztausch zwischen den Plätzen drei und fünf vollzogen. Dahinter blieb es bei den gleichen Platzierungen, allerdings mit teils deutlich verbesserten Weiten.
Einzig Detlef rückte die Möbel zurecht und verdrängte Sandra vom elften Platz. Ohne die Spur “2” wäre vielleicht sogar noch mehr gegangen, aber es war schon auffällig, dass nicht nur er, sondern auch Sandra unerwartete Ausspurprobleme nach dem Omega hatten. Ohne diese Fehler hätte vielleicht sogar Alex B um seinen Gesamtwertungsplatz 10 fürchten müssen.
Das war es aber. In der Hitze der Nacht endeten die ersten und mutmaßlich einzigen Revo-Abenteuer des Jahres. Für die Zweijahreswertung geht es im Januar weiter, bei mit Sicherheit deutlich geringeren Temperaturen. Davon ist wohl in jedem Fall auszugehen. Spaß hat es aber in jedem Fall gemacht. Bis dahin!
Alex


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