…dann gehört ein Rennergebnis fraglos zur engeren Sorte. Insbesondere dann, wenn die reine Fahrzeit je Team 2 Stunden betragen hat.
Wenn über dieses Event in dem Forum für anspruchsvollen Scaleracingmodellbau, dem Slotracingforum, berichtet wird, dann wird es Zeit für etwas ganz besonderes, einen Gastbeitrag, der etwas anderen Art.
Hier ist die Sicht Holgers, der als Gast am vergangenen Wochenende die neue Berg-und-Talbahn des SR-Kassel unter die Räder nahm und sich scheinbar in die Piste verliebte, so liest es sich zumindest, irgendwie…
Porsche vor Mercedes und vor Datsun…
Das Team des SR-Kassel startete zunächst mit einer prall gefüllter Warteliste nach der Ausschreibung mit den Vorbereitungen für das 4. Youngtimer-Teamrennen am 15. und 16.04.2026. Binnen weniger Tage nach Anmeldemöglichkeit waren nicht nur die 12 freien Startplätze, sondern auch 4 Warteplätze belegt.
Die Besonderheit dabei: Für die Youngtimer-„Stammgäste“ war nur die Stadt gegenüber der letzten Ausgabe 2024 gleich geblieben. Sowohl der Standort der Rennbahn, als auch die Bahn selbst waren bzw. sind komplett neu.


Man sprach sogar von „Versuchs-Kaninchen“ in Sachen Turnierablauf, die da an neuer Stelle auf dieser atemberaubenden neuen Bahn ihre Runden drehen durften. Eins ist klar: Wer fahrerische Dreidimensionalität erleben will, der muss in Kassel starten.
Welch eine GEILE Bahn!
Die neuen Räumlichkeiten tun ihr Übriges, dass man sich als Fahrer wohlfühlt. Kommt dann noch die spürbare Gastfreundschaft samt leckerstem Catering hinzu, dann bleiben keine Wünsche offen.
Wer den Nürburgring und dessen Dreidimensionalität der „GEILSTEN RENNSTRECKE DER WELT“ kennt, konnte ja fast schon vermuten, dass das Wochenende mit Bedacht ausgewählt wurde!?
Denn immerhin fand parallel zum Youngtimer-Rennen in Kassel auch die 54. Auflage des 24 h-Rennens in der „Grünen Hölle“ statt, wobei ganz nebenbei das Rennen in der Eifel auf Großbildschirm in dem neuen Slotmekka mitverfolgt werden konnte.
Die Kasseler sagten sich scheinbar auch, nicht kleckern, sondern klotzen. Während in der „Grünen Hölle“ Zuschauer- und Teilnehmer-Rekorde zu verzeichnen waren und einer der besten Formel-1-Fahrer sein 24 h-Debut gab, so konnten die Kasseler Jungs auch noch einen der besten Slotter Deutschlands für ihr Rennen als Teilnehmer begrüßen: Patrick Brau!

Dieser hatte keinen geringeren als Dominik Fischer als Teamkollegen mit dabei. Somit war modellbauerisch nahezu klar, wer den Best-of-Show-Pokal mit nach Hause nehmen würde. Mit einem Holz Vorsprung vor Holger HPs „Roter Sau“-Mercedes 450 SLC konnte der kurzfristig umgebaute Datsun die anwesenden Slotter überzeugen. Kein Wunder, denn üblicherweise setzt Patrick eben diesen Datsun in der DSC ein.
Aus organisatorischen Gründen konnte das Brau-Team allerdings erst am Samstag anreisen, während alle anderen Teams den Freitag bereits ausgiebig zum Training nutzten. Ein Nachteil, unter dem Patrick an der Bahn allerdings nicht wirklich leiden sollte.
Die knapp 44 Meter lange Bahn bietet verschiedene Besonderheiten. Optisch baut sich die Strecke vor den Piloten schon in mehreren Etagen auf. Die Kasseler verweisen mit Stolz darauf, dass es eigentlich nur eine Gerade von nicht einmal 2,50 Meter Länge gibt.
Nahezu alle anderen Abschnitte sind irgendwie „Kurve“. Für die Fahrer ist es dennoch möglich, an gleich mehreren Stellen richtig „drauf“ zu halten. So ist gerade die Passage in einer Abfahrt mit lang geschwungener Folgekurve fast schon “Eau Rouge”-like.
In Summe am besten gemeistert hatte das Rennen diesmal Vollmi. Nach mehreren Anläufen hatte er mit seinem Kasseler Kollegen Robse einfach den schnellsten Porsche 944 an den Start gestellt. Beeindruckende 890,18 Runden aufgrund gleichzeitiger Fehlerfreiheit beider war dabei der Schlüssel zum Erfolg, allerdings nur denkbar knapp vor Sommer Racing im SLC mit 888,26 Runden sowie Brau-GP mit dem Datsun 240 und 885,13 Runden.
Rein quantitativ wurde das Feld vom 70er Jahre Mercedes 450 SLC-Coupe dominiert. Allerdings standen auch noch ein weiterer 944 und 928er Porsche sowie ein Opel GT, Ferrari 365 und ein weiterer Japaner, ein Nissan Fairlady, an der Startlinie.
Mit 7,7er Zeiten auf Spur 4 startete Patrick extrem eindrucksvoll in das Rennen am Samstag und unterstrich damit seine fahrerische Klasse. „Die“ Bepfe führte ihn somit ab der 2. Runde als Sieger.

Vollmi im Porsche und Olli Sommer im fantasievoll lackierten 450 SLC wussten jedoch durch fahrerisches Können dagegen zu halten. Schaut man sich die Ergebnis-Liste an, stellt man ohnehin eine relativ hohe Zeiten-Dichte fest.
In Sachen Reglement war das Rennen auch zusätzlich gut geeignet, um scheinbare Regel-„Unschärfen“ zu entlarven, um sie später durch Mario noch weiter präzisieren zu lassen. Der Einsatz von Wolfram ist nämlich eindeutig möglich. Jetzt ist es nur klarer definiert, wo es angebracht sein darf. Bei Fragen, wendet euch dazu gerne direkt an Mario, der das Reglement schreibt und auch die Fahrzeug-Liste pflegt.
Wer die – wie immer – ausführliche Zeiten-Liste studiert, stellt fest, dass es gleich mehrere Spuren gibt, auf denen man richtig schnell sein kann. Zeiten zwischen 7,7 auf Spur 4 und einer 8,5 auf Spur 1 stellten die Bandbreite des Rennens dar, in der die Teams einen Großteil ihrer Runden abspulten. Selbst auf den anspruchsvollen Außenspuren „1“ wurden dabei in der Spitze eine 7,9 und auf der „5“ eine 7,8 erzielt. Dies war und ist ein weiterer Beleg für eine nicht nur fahrerisch ausgewogene, sondern auch technisch sehr ausgeglichene Bahn.
Prädikat: Wer noch nicht da war, der MUSS dahin!
Denn als Gesamtpaket aus Bahn, Bahnraum, Fahrerplätzen, Gastfreundschaft, Catering, Organisation und sportlicher Fairness lieferte auch diese 4. Auflage eine klare „5 von 5 Sterne“-Bewertung.
Herzlichen Dank dafür an die Orga und an alle Mitfahrer!
Bei der Folgeveranstaltung ist davon auszugehen, dass auch in dieser 5. Auflage die Startplätze ruckzuck vergeben sein werden. Daher brennen die Jungs schon jetzt darauf, wann Jürgen und Carsten die Meldetore für das Jahr 2027 öffnen.
Zunächst geht es aber für die Youngtimerfans nach Hude, wo am 05. und 06.06. mit vergleichbarem Zeitplan (und ebenfalls nach Trophy-Reglement) gefahren wird. Bei Fragen wendet euch dazu gerne an Vollmi und Holger.
Kurzum: Der Umzug samt neuer Bahn hat sich gelohnt!
Keep Racing
Euer Deichkurier


Danke Holger, für den tollen Rennbericht im Scaleracingforum und deine Zustimmung, ihn hier zusätzlich veröffentlichen zu dürfen. Ich ergänze ihn noch um zwei Slogans: Kassel lohnt sich! und Ab nach Kassel! Damit ist beinahe alles gesagt.
Viele Grüße
Alex
Danke Holger für das Lob und den tollen Bericht. Ich hoffe wir sehen uns nächstes Jahr wieder
Danke Holger, dieses Lob tut nach 2 Renovierungen und Bahnaufbauten innerhalb eines Jahres ziemlich gut. Auch wenn unser 928er nicht wirklich in die Gänge kam, war es eine Ehre und eine Freude mit so netten Menschen und excellenten Slotracern an unserer Bahn gestanden zu haben. Bis bald mal wieder in Kassel, Micha️